Podiumsgespräch „Sport neu denken: So gelingt Teilhabe im Sport!”

Unter dem Titel „Sport neu denken! Wie kann Teilhabe gelingen?“ diskutierten der SC Freiburg, die Stadt Freiburg und die step stiftung am 1. Juli über die Potenziale, die die Zusammenarbeit lokaler Akteur*innen für sportbegeisterte Kinder und Jugendliche hat. Das Freiburger „Willkommen im Fußball“-Bündnis teilte seine Erfahrungen und Herausforderungen aus den vergangenen sechs Jahren „Willkommen im Fußball“.

Mit seinen Sportangeboten fördert das lokale „Willkommen im Fußball“-Bündnis seit dem Start des bundesweiten Programms im Jahr 2015 die Partizipation von Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund und diversen Lebensbiografien. Am Donnerstagabend blickten Bündnisvertreter*innen vom SC Freiburg, der Stadt Freiburg und der step stiftung auf sechs Jahre Teilhabe im und durch den Sport zurück. Im digitalen Podiumsgespräch diskutierten sie gemeinsam mit einem ehemaligen Teilnehmer der Bündnisangebote über die Herausforderungen und erfolgreichen Ansätze aus den vergangenen Jahren. Das Freiburger „Willkommen im Fußball“-Bündnis besteht aktuell aus dem SC Freiburg, der step stiftung, dem Polizei-Sportverein Freiburg e.V. und der Stadt Freiburg..

Das Podiumsgespräch fand als Abschlussveranstaltung des Freiburger Bündnisses statt, da das bundesweite Programm „Willkommen im Fußball“ im Dezember 2021 endet. Franziska Fey, Vorstandsvorsitzende der DFL Stiftung, und Frank Hinte, Geschäftsführer der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, eröffneten die Diskussionsrunde. Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz begrüßte das Podium und die Zuschauer*innen mit einer Videobotschaft.

Zu sehen sind mehrere junge Menschen, die auf rotem Boden im Kreis sitzen.
Mit dem kick mobil besucht das Bündnis Bolzplätze in den Quartieren Freiburgs. ©step stiftung
Auf dem Foto zu sehen sind Franziska Fey, Shelly Kupferberg und Frank Hinte, die via Videoschallte miteinander reden.
Moderatorin Shelly Kupferberg (oben links), Franziska Fey (Vorstandsvorsitzende DFL Stiftung) und Frank Hinte (Geschäftsführer Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) im Gespräch.

Wohnortnahe, offene und kostenlose Angebote

Aus der Erfahrung des Freiburger Bündnisses heraus ist es wichtig, sich nicht nur allein auf den organisierten Vereinssport zu verlassen, um allen Kindern und Jugendlichen ein Bewegungsangebot zu ermöglichen. Viele der potenziellen Teilnehmenden haben beispielsweise aufgrund des sozialen Status, finanzieller Hürden oder mangelnder Informationen nicht die Chance, an den Sportangeboten teilzunehmen. Auf diesen Umstand reagiert das Bündnis mit seiner Quartiersarbeit und organisiert mit dem kick mobil wohnortnahe, offene und kostenlose Angebote. Mit diesem Mobil und dem darin gelagerten Sportequipment besucht das Bündnis aktuell zwei Bolzplätze in den Quartieren (in der Krozingerstraße und der Langemarckstraße) und bietet dort verschiedene Bewegungsmöglichkeiten für die Teilnehmenden aus der Umgebung an. Seit der Einführung des kick mobil im Jahr 2020 hat es damit 530 Kinder und Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund erreicht.

Starke Partnerschaften mit lokalen Akteur*innen

Zitat von Franziska Fey über das Freiburger Willkommen im Fußball-BündnisErgänzend zu der Quartiersarbeit setzt das Bündnis auf starke Partnerschaften mit lokalen Akteur*innen. Durch die Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen oder Unterkünften für Geflüchtete erreicht das Bündnis Teilnehmenden, die ohne diese Kooperationen keinen Zugang zu den angebotenen Trainings haben würden. Bei den Fußball-AGs kick for boys finden beispielsweise wöchentlich Angebote für geflüchtete Jungen an Schulen mit internationalen Vorbereitungsklassen statt. Dafür arbeitet das Bündnis eng mit den jeweiligen Schulsozialarbeiter*innen zusammen.

Durch die enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Freiburger Unterkünften bringt das Bündnis regelmäßig Mädchen und junge Frauen mit Fluchthintergrund aus den Einrichtungen und Quartieren zusammen. In der Sportgruppe kick verbindet entscheiden die Teilnehmer*innen selbst, welche Sportart sie trainieren. Daneben organisiert das Bündnis für die Mädchen und Frauen weitere Zusatzaktivitäten, wie z.B. gemeinsame Ausflüge oder Besuche öffentlicher Veranstaltungen.

„Willkommen im Fußball“ ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, initiiert und gefördert von der DFL Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Beitragsfoto: ©DKJS/graphicrecording.cool

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