Nachgefragt: „Fußball trifft Kultur” in Zeiten von Corona

Mit dem Projekt „Fußball trifft Kultur" setzt sich die LitCam seit 2007 für Kinder aus einem bildungsfernen oder sozialschwachen Umfeld ein. An bundesweit 20 Standorten wird die Begeisterung der Kinder für den Fußball genutzt, um sie zum Lernen zu motivieren und ihr soziales und kommunikatives Verhalten zu verbessern. Die Durchführung des regulären Angebots, bestehend aus Fußballtraining, Förderunterricht und kulturellen Aktivitäten, war in den vergangenen Wochen nicht möglich. Im Rahmen unserer Interview-Reihe „Nachgefragt" sprechen wir mit Karin Plötz, Direktorin der LitCam, über Herausforderungen, neue Ideen und die Zukunft. 

„Insgesamt kam uns sehr viel Vertrauen entgegen. Das macht uns zuversichtlich für die Zukunft.”

Wie haben sich die letzten Wochen auf „Fußball trifft Kultur“ und Eure Arbeit ausgewirkt? Was waren die größten Herausforderungen?

Karin Plötz, Direktorin der LitCam.

Mit der plötzlichen Schließung der Schulen mussten wir auch alle unsere „Fußball trifft Kultur“-Projekte aussetzen. Das Netzwerktreffen und das Abschlussturnier wurden abgesagt. Dafür haben unsere Projektlehrer*Innen und Projekttrainer*Innen für ihre Projektgruppen kleine Übungsvideos produziert, die wir auf unserem LitCam YouTube-Kanal einstellen. Fast jede Woche kommen neue Videos hinzu. Leider konnten wir nur wenige Kinder über diese Videos informieren. Wir werden als Ersatz für die ausgefallen Projekttage für die Sommerferien „Fußball trifft Kultur“-Wochen anbieten. Acht Standorte haben das Angebot bereits fest angenommen, weitere Standorte überlegen derzeit noch.

Gibt es etwas Positives, das Du aus dieser Zeit mit nimmst?

Was mich sehr positiv überrascht hat, war, dass unsere Förderer und Unterstützer, insbesondere die DFL Stiftung, direkt Feedback gaben, dass sie weiterhin dabei sind, auch wenn wir die Projekte aussetzen mussten. Insgesamt kam uns sehr viel Vertrauen entgegen. Das macht uns zuversichtlich für die Zukunft.

Wie geht es weiter?

Zwei „Fußball trifft Kultur“-Projekte in Frankfurt sind wieder gestartet. In Braunschweig sieht es auch so aus, dass es noch vor den Ferien weitergeht. Ich bin jetzt sehr gespannt, welche unserer anderen Standorte unser Ferienangebot annehmen. Wir müssen die Hygienerichtlinien beachten, was natürlich auch nicht so einfach ist.  

Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass die Normalität wiederkommt, nach den Ferien alle unsere „Fußball trifft Kultur"-Projekte wieder im gewohnten Rahmen laufen und ich auch endlich die Kinder wiedersehen kann.

Von wo aus beantwortest Du gerade die Fragen? Hat sich Dein Arbeitsumfeld in den letzten Wochen verändert?

Ich bin im Büro, aber auch öfter im Homeoffice. Das LitCam-Team ist im Homeoffice. Das ist ungewohnt, aber jeden Tag um 11 Uhr haben wir einen Video-Jour Fixe. Es läuft überraschend gut.

Fußball trifft Kultur“ wurde von der LitCam ins Leben gerufen. Die DFL Stiftung ist seit 2012 bundesweite Kooperationspartnerin, unterstützt das Projekt finanziell und steht der LitCam beratend zur Seite. 

Fotos: Thorsten Wagner/Witters

mhadamzik

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