Das Fußballabenteuer in Leipzig

Alan kommt aus Mosambik, ist 16 Jahre alt und besucht momentan die Schule. Er trainiert seit 2018 am Standort Wedding bei dem Verein CHAMPIONS ohne GRENZEN, einem Bündnispartner des „Willkommen im Fußball“-Bündnisses Berlin-Hertha. In diesem Bericht erzählt Alan von der Fahrt des Bündnisses Berlin-Hertha zum Leipziger Bündnis sowie dem Besuch des Spiels RB Leipzig gegen Hertha.

Es war am 30.03.2019, um 10 Uhr, wir trafen uns alle in Berlin-Südkreuz. Wir waren insgesamt 9 Leute und ich war der Jüngste. Ein paar Jungs kamen an diesem Tag früher, weil sie zu gespannt waren – sie wollten Leipzig direkt schon in dem Moment kennenlernen. Nach dem Treffen sind wir alle zum Bahnsteig runtergegangen, zum Glück kamen alle pünktlich und es beeindruckte den Trainer sogar, da es nicht immer bei den Trainings so ist. Als wir runtergegangen sind, haben wir etwas länger auf den Zug gewartet. Dann kam der Zug, alle stiegen ein und wir fuhren los. Unser erster Zug war nicht voll, aber die Jungs konnten gar nicht entspannen, weil, sozusagen die richtigen Herthaner da waren und wir kennen es, Fan, der Fan ist, wird immer unterstützen, egal wie.

Wir mussten dreimal umsteigen, aber das heißt nicht, dass der Weg nach Leipzig zu lang war, wir hatten viel Spaß sogar. Nach der langen Reise waren alle müde, aber der Eindruck von Leipzig gab ihnen keine andere Alternative, als die Stadt und das Wetter zu genießen. Nach den vielen Eindrücken waren einige hungrig, sie kauften was zu Essen und aßen. Danach gingen wir direkt unser Freundschaftsspiel spielen. Wir spielten gegen andere Jungs, die auch nicht aus Deutschland kommen. Es war schön, wir haben neue Leute kennengelernt und gegen sie gespielt. Alle von denen kommen aus Afghanistan. Das Spiel haben wir leider verloren – sie hatten sechs Tore und wir… null. Es war aber nicht so schlecht, die Jungs haben alles gegeben und nie aufgegeben. Es war auch cool zu spielen. Unser Gegner war weitgehend viel besser. Unser Trainer sagte sogar, dass sie eine bessere Technik haben usw. Noch ein anderer Punkt ist, dass der Platz nicht so gut für uns war, da wir nicht immer in solchen Feldern spielen. Nach dem Spiel haben ein paar Jungs geduscht und danach haben wir auch ein paar Fotos geschossen, alle zusammen, die beiden Vereine.

Danach liefen wir ein bisschen zum Stadion, was auch sehr schön war, und machten viel Spaß auf dem Weg. Einige konnten sich nicht halten. Sie brauchten genau in dem Moment eine Toilette. Nach der Toilette gingen wir schon zum Stadion. Da wussten wir nicht wo wir unsere Taschen lassen konnten, aber danach haben wir was gefunden. Es war komisch am Stadion, weil es nicht so wie das Berliner Olympiastadion ist, aber danach war alles okay. Wir fanden das Stadion interessant, weil man runtergehen muss.

Wir gingen hinein, es war schön, wir haben gegessen „for free“ und wir saßen alle zusammen und sahen das Spiel. Die Stimmung im Stadion war etwas ganz anders, wir haben es geliebt, genauso wie wir Fußball lieben. Das Spiel war schön, aber leider das Resultat nicht: Wir haben 5-2 verloren, ein Desaster für die Herthaner. Wir sollten das Stadion früher verlassen, damit wir früher zu Hause ankommen. Das Endergebnis sahen wir auf dem Handy. Keiner hat es gemocht das zu sehen, aber wir gingen weiter, weil wir Fußball kennen, weil wir wissen, wie die Sachen im Leben gehen, weil wir wissen, dass das Leben Höhen und Tiefen hat.

Danach am Abend fuhren wir zurück nach Berlin. Alle waren so zufrieden mit der Reise, dass sie sie sogar wiederholen wollen. Wenn sie noch eine Chance hätten, dann würden sie es auf jeden Fall machen, weil es ihr Leben ist. Wir kamen in Berlin um 1 Uhr morgens an, wie versprochen.

Von: Alan de Angelo und CHAMPIONS ohne GRENZEN e.V.

 

Weitere Informationen zu „Willkommen im Fußball“ findet Ihr hier

 

Bildnachweis: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung / Sarah Rauch

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