„Geh mir wech mit Rassismus!“

Der FC Ente Bagdad aus dem Mainzer Bündnis von „Willkommen im Fußball“ war beim FC Werder Bremen im Rahmen eines Gegenbesuches anlässlich des Bundesligaspiels des 1. FSV Mainz 05 in der Hansestadt zu Gast.

Anlässlich des Bundesligaspiels des 1. FSV Mainz 05 gegen den SV Werder Bremen reiste der FC Ente Bagdad in die Hansestadt. Die Enten haben das Bremer Bündnis und seine „SPIELRAUM“- Mannschaft bereits im November 2018 nach Mainz eingeladen, und mit dieser Reise nahm man die Gegeneinladung der Hansestädter an. Die Begegnungen der heimischen Bundesligaclubs hatte man jeweils zum Anlass für ein Treffen genommen.

So ging es am Freitag, dem 29. März, mit einem Bus voller Enten gen Norden. Neunzehn jugendliche Geflüchtete in Begleitung von vier Erwachsenen hatten sich vom Mainzer Hauptbahnhof aus auf die lange Fahrt gemacht. Die Stimmung im Bus war gut und so kamen alle nach mehreren Stunden auf Autobahnen, Nebenstrecken und Schleichwegen wohlbehalten in der Bremer Jugendherberge an, die sehr zentral und schön am Ufer der Weser gelegen ist.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Fußballs und der Begegnung. Am Vormittag spielten die jugendlichen Enten gegen die aus Geflüchteten und Migranten zusammengesetzte Mannschaft des Bremer Bündnisses „SPIELRAUM“. Im Rahmen des Programmes „Willkommen im Fußball“ hatte Werder Bremen seinerzeit mit Henrik Oesau einen erfahrenen Mitarbeiter eingestellt, der die dort bestehenden Programme qualitativ aufwertet und neue Angebote aufbaut. Über ihn kam der Kontakt und auch die Einladung zustande.

„Geh’ mir wech mit Rassismus“ stand auf dem Banner, geziert mit dem Logo des SV Werder Bremen, das von den jungen Fußballern aus vieler Herren Länder auf den Platz getragen wurde. Das war das Motto des Tages, denn dasselbe Banner wurde am Nachmittag vor der Erstligapartie im Weserstadion vor 42.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion und bundesweit in den Medien gezeigt.

Die Begegnung des Mainzer mit dem Bremer Bündnis verlief leider ähnlich erfolglos wie das spätere Duell der Bundesligisten. Der Deal, den man mit den Hansestädtern vor dem Anpfiff zu machen versucht hatte – „Wir lassen euch heute Morgen gewinnen, dafür nehmen die 05er die drei Punkte heute Nachmittag mit nach Hause“ – ist letztendlich nicht aufgegangen. Immerhin schossen die Mainzer Profis ein Tor mehr als die Enten.

Letztendlich ging es aber um ein freundschaftliches Treffen zweier Bündnisse mit ähnlichem Engagement, und das war im Rückblick vollends gelungen. Fußball, gemeinsame Unternehmungen, Austausch, Gespräche, abendliche Burger am Ufer der Weser, Stadtführung – es war für alle Beteiligten ein bereicherndes Wochenende. Die jugendlichen Geflüchteten hatten auch mit viel Freude die Gelegenheit wahrgenommen, sich mit Menschen aus ihrem Land, die in ähnlicher Situation sind, aber in einer anderen Stadt gelandet waren, auszutauschen. Ein „Willkommen im Fußball“ hatten alle auf unterschiedliche Weise erlebt. Schon allein dafür war es die Reise wert gewesen.

Nach herzlichen Umarmungen und viel Schulterklopfen verabschiedeten sich Bremer und Mainzer voneinander, nicht ohne zu vereinbaren, dass man diese Art der Begegnung und des Austausches zur Regel machen wolle.

Der Mainzer Entenbus rollte wieder gen Heimat, es gab auf der Fahrt viel Schlaf nachzuholen und viele Erlebnisse zu besprechen, und als man sich am frühen Abend in Mainz voneinander verabschiedete, war klar: „Geh’ mir wech mit Rassismus“, wie die Bremer sagen, ist ganz deutlich ein Teil des Mottos des FC Ente Bagdad.

Der SV Werder Bremen ist Bündnispartner im Bremer „Willkommen im Fußball“-Bündnis. Der FC Ente Bagdad ist Bündnispartner im Mainzer Bündnis. Weitere Informationen zu „Willkommen im Fußball“ findet Ihr hier.

Bildnachweis: FC Ente Bagdad

Weitere Posts