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"Bundesliga bewegt" SC Freiburg Christian Günter, Profi beim Sport-Club Freiburg zu Besuch in einer Kooperationskita. Foto: SC Freiburg

26.05.2026

Bewegung als Grundlage für eine positive Zukunft: Pilotprojekt von „Bundesliga bewegt“ stärkt Bewegung in Kitas

Wie können Kitas zu noch stärkeren Bewegungsräumen für Kinder werden? Und welche Rolle können Proficlubs der Bundesliga und 2. Bundesliga dabei spielen? Genau diesen Fragen widmet sich das Pilotprojekt zur frühkindlichen Bewegungsförderung im Netzwerk von „Bundesliga bewegt“. Gemeinsam mit SC Freiburg hat die DFL Stiftung beispielhaft erprobt, wie Kitas bei der Weiterentwicklung ihrer Bewegungsqualität von einem „Bundesliga bewegt“-Club unterstützt werden können.

„Bundesliga bewegt“ wurde von der DFL Stiftung, dem SC Freiburg und dem SV Werder Bremen initiiert. Mittlerweile sind 22 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga Teil des Netzwerks. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen 365 Tage im Jahr einen niedrigschwelligen Zugang zu hochwertigen, sportartenübergreifenden und aufeinander aufbauenden Bewegungsangeboten in Kitas, Schulen und Quartieren zu ermöglichen.

Im Fokus des Pilotprojekts stand ein gemeinsam mit der Deutsche Sportjugend entwickelter Qualitätskatalog für Bewegungskitas. Dieser soll Einrichtungen dabei helfen, ihre Bewegungsqualität systematisch zu analysieren und gezielt weiterzuentwickeln – von räumlichen Voraussetzungen über pädagogische Haltung bis hin zu konkreten Bewegungsangeboten im Alltag.

Was das Pilotprojekt gezeigt hat

Die Pilotphase mit dem SC Freiburg hat wertvolle Erkenntnisse darüber geliefert, wie Proficlubs Kitas langfristig bei der Weiterentwicklung ihrer Bewegungsqualität unterstützen können und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.

Starke fachliche Grundlage mit ganzheitlichem Blick

Der gemeinsam mit der Deutsche Sportjugend entwickelte Qualitätskatalog hat sich als fachlich tragfähiges Instrument erwiesen. Er bietet Kitas eine klare Struktur, um Bewegungsqualität systematisch zu analysieren und weiterzuentwickeln. Besonders wertvoll war dabei der ganzheitliche Blick: Neben konkreten Bewegungsangeboten werden auch räumliche Voraussetzungen, pädagogische Abläufe, Teamhaltungen und strukturelle Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Klare Prozesse schaffen Akzeptanz

Ein zentrales Learning war die Bedeutung einer guten Vorbereitung. Klar definierte Ziele, Rollen, Zuständigkeiten und Ressourcen erleichtern die Zusammenarbeit zwischen Club und Kita erheblich. Ebenso wichtig ist ein transparentes Erwartungsmanagement: Wenn Kitas frühzeitig verstehen, dass es nicht um eine Bewertung oder Kontrolle geht, sondern um gemeinsame Entwicklungsbegleitung, steigt die Offenheit für Veränderungsprozesse deutlich.

Träger frühzeitig einbinden

Im Pilot wurde deutlich, dass viele relevante Informationen, Entscheidungen und Dokumente nicht direkt in der Kita liegen, sondern bei den jeweiligen Trägern. Werden diese frühzeitig eingebunden, können Prozesse deutlich effizienter gestaltet werden. Gleichzeitig entstehen bessere Voraussetzungen, um weiterführende Maßnahmen – etwa bauliche Anpassungen, organisatorische Veränderungen oder konzeptionelle Weiterentwicklungen – schneller umzusetzen.

Zeitaufwand als Investition in nachhaltige Qualität

Die Pilotierung hat gezeigt, dass nachhaltige Qualitätsentwicklung Ressourcen benötigt: Rund 24 Stunden auf Clubseite und etwa 15 Stunden in der Kita waren notwendig, um den Prozess sinnvoll umzusetzen. Dieser Aufwand wurde von allen Beteiligten als lohnende Investition bewertet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für eine Skalierung besonders wirksame und leicht umsetzbare Maßnahmen priorisiert werden sollten, um schnelle Erfolge sichtbar zu machen und Motivation aufzubauen.

Neue Rolle für Clubs im Sozialraum

Ein besonders spannendes Ergebnis: Kitas zeigen großes Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit mit Proficlubs – vor allem dann, wenn diese nicht nur punktuelle Aktionen anbieten, sondern sich als nachhaltige Partner verstehen. Für Clubs entstehen dadurch neue Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich frühkindlicher Bildung und Gesundheitsförderung. Gleichzeitig stärken sie ihre Rolle als verantwortungsbewusste Akteure im Sozialraum.

Neue Zielgruppen und Partnerschaften

Das strukturierte Engagement im Kita-Bereich eröffnet zudem neue Zugänge zu relevanten Zielgruppen: Kinder, Eltern, pädagogische Fachkräfte, Träger und kommunale Akteurinnen und Akteure. Darüber hinaus entstehen neue Möglichkeiten für Kooperationen mit Kommunen, Krankenkassen oder Partnern, die sich in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Bewegung engagieren möchten.

Bewegungsförderung sichtbar machen

Zum kommunikativen Abschluss der Pilotphase besuchte Christian Günter, Spieler beim Sport-Club, die Freiburger Kita, mit der im Rahmen des Projekts zusammengearbeitet wurde. Als Profisportler und Vater brachte sich Christian Günter aktiv in die Bewegungseinheit ein und machte deutlich, warum frühe Bewegungserfahrungen entscheidend für gesundes Aufwachsen, Bildungschancen und positive Bewegungsbiografien sind.

Ein Modell für weitere Standorte

Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt fließen nun zurück in das Netzwerk von „Bundesliga bewegt“. Ziel ist es, den Qualitätskatalog noch praxistauglicher und niedrigschwelliger zu gestalten und künftig auf weitere Clubs und Standorte zu übertragen. Das Pilotprojekt zeigt: Frühkindliche Bewegungsförderung ist nicht nur gesellschaftlich relevant – sie schafft auch nachhaltige Strukturen dort, wo Kinder gesund und aktiv aufwachsen.

Fotos: DFL Stiftung & SC Freiburg

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